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Geschichte begegnen

... in Bad Königshofen

Die Geschichte der Stadt Bad Königshofen reicht weit in die Vergangenheit zurück.
Aus einem fränkischen Meierhof, der 741 als Chuningishaoba in pago Graffeldi das erste Mal
urkundlich erwähnt wurde, entwickelte sich die heutige Stadt Bad Königshofen.

In dieser ersten Urkunde übergab der fränkische Hausmeier Karlmann, ältester Sohn Karl Martells, die
bereits bestehende königseigene Kirche St. Peter als Ausstattung an das neu zu gründende Bistum
Würzburg. Über Jahrhunderte verwalteten mächtige Gaugrafen das Grabfeld, dessen Name bislang nicht eindeutig geklärt werden konnte. Sprachforscher deuten die Bezeichnung Grabfeld (Graffeldi) entweder als „grau“, aber auch als „graf“ oder „grap“, ein vorgermanisches Wort für Wasser.

Um 1200 traten die Dynastien der Henneberger und Wildberger die Herrschaft im hiesigen Raum an, und
unter der Familie der Henneberger erhielt Königshofen 1323 Marktrechte. Die Stadt wurde mit einer Mauer befestigt und entwickelte sich zu einer wehrhaften,planmäßig erbauten Siedlung. Durch Erbteilung
wechselte Königshofen wiederholt den Besitzer und gelangte im 14. Jahrhundert durch Kauf an das
Hochstift Würzburg. Die Fürstbischöfe bauten die Stadt kontinuierlich weiter als Festung aus und so
war Königshofen nach Würzburg das mächtigste Bollwerk im Hochstift. Trotzdem erlebte die Stadt im
Markgräflerkrieg, Bauernaufstand 1525 und im 30-jährigen Krieg viel Schweres. Auch die Einfälle der
frz. Revolutionstruppen 1796 hinterließen Spuren. Die Festung wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts
aufgelassen und geschleift. Nun entwickelte sich Königshofen zu einer Ackerbürgerstadt, vor allem
Getreide- und Viehmärkte blühten auf. Landwirtschaft und Handwerk gaben der Stadt – wie schon seit dem Mittelalter – das Gepräge. Den Mittelpunkt in Bad Königshofen bildet der große Marktplatz mit seinen
drei Brunnen und dem mittelalterlichen Kornstein. Ins Auge fallen das Schlundhaus – ehemals Ratsschenke, heute Hotel und Restaurant – und das Rathaus,das in den Jahren 1571 bis 1575 errichtet wurde. Im schönen oktogonen Erker des Rathauses erklingt zur vollen Stunde ein Glockenspiel und zusätzlich erscheinen drei Mal am Tag Figuren, die die Grabfeld-Sage darstellen. Diese Sage will in einer reizenden Geschichte den Gebietsbegriff Grabfeld erklären:

„Eine Königin hatte in grauer Vorzeit ihren Ring verloren, den sie von ihrem Mann als Treuepfand
erhalten hatte. Ihr Gemahl aber glaubte, sie habe den Goldreif einem anderen Mann geschenkt und ließ sie deshalb in Ketten legen. Menschen, die der Königin wohl gesonnen waren, gruben daraufhin das ganze Land am Oberlauf der Fränkischen Saale um und fanden den Ring schließlich dort, wo sich heute das Rathaus erhebt. Diesen Bau hatte die Königin aus Dankbarkeit an dieser Stelle errichten lassen. Und
seither wird die Landschaft „Grabfeld“ genannt.

Glockenspiel

Das Glockenspiel am Erker des Rathauses erinnert an diese Sage. Sicher ist, daß Königshofen alten Ursprungs ist. Schon 741 n. Chr. wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Das Archäologische Museum

Das Vorgeschichtsmuseeum in der Schranne.

Ungezählte Exponate künden von der Frühgeschichte bis in unsere Tage. In der „Schranne”, einer Zweigstelle der Prähistorischen Staatssammlung München, sind seltene Funde aus der Zeit um 4500 v. Chr., Bodenfunde aus der römischen Kaiserzeit, dem hohen Mittelalter sowie originalgetreue Nachbauten von Gräbern aus der Hallstattzeit (700-500 v. Chr.) zu besichtigen. Ebenso befindet sich hier ein Museumspädagogisches Zentrum. Im ehemaligen Salzhaus, einem Teilgebäude der Schranne, präsentiert sich das „Museum für Grenzgänger“. Es ist mit Exponaten und Zeitzeugen aus der Zeit vor der Grenzöffnung zur ehemaligen DDR bestückt; außerdem wird Kultur und Brauchtum in Franken und Thüringen aufgearbeitet.

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